Namensfindung

 

Vom Werdegang der Namensgebung der Alfred-Wegener-Schule-Kirchhain

von einer, die dabei war...

 

Aus Anlass des 40 jährigen Bestehens der Gesamtschule Kirchhain ( GSK) im Jahre 1996 konkretisierte sich die Idee, der Schule einen neuen Namen zu geben. Die Feierlichkeiten zu diesem Jubiläum schienen eine geeignete Gelegenheit zu sein, die Schule mit einem neuen Namen zu präsentieren.

Begründet war diese Bestrebung unmittelbar durch einen Antrag des Schülerrats an die Schulkonferenz der GSK vom 13.12.1995 auf Umbenennung der Schule. Der Wunsch der Schüler war es, im Namen nicht nur die Organisationsform der Schule zum Ausdruck zu bringen, sondern ihr einen besonderen Charakter und ein Gesicht zu verleihen, das auch eine Identifikation mit dieser Schule ermöglicht.

Es ging den Schülern darüber hinaus auch um eine Steigerung des Wertes der in dieser Schule gemachten Abschlüsse im nationalen und internationalen Vergleich.

Denkwürdige Konferenzen folgten in den Jahren 1996 und 1997,  zahlreiche Namensvorschläge reichten von Freundliche Schule Kirchhain, Rötheparkschule, Ohmtalschule, Michael-Ende-Schule, bis Kurt -Tucholsky- Schule und einige mehr, die aber sämtlich keine Mehrheit im Kollegium fanden. Übrig blieben der Vorschlag Dr. Johann-Schaffenrath-Schule, der im Wesentlichen von der Schulleitung unterstützt und von dem Historiker Hermann Sauer initiiert wurde und schließlich der von den Geografen Ingeborg und Klaus Schmidt vorgeschlagene Name Alfred-Wegener-Schule-Kirchhain.

 


 

Die Vorstellung Alfred Wegeners als Namensgeber erfolgte in der Gesamtkonferenz vom 5.3.1997.

 

Nach vielen Diskussionen sowohl in der Gesamtkonferenz der Lehrer als auch in der Schulkonferenz unter Beteiligung von Eltern- und Schülervertretern hat die Schulkonferenz  am 9.10. 1997 aufgrund eines Abstimmungsergebnisses von 12:8:3 zugunsten des Namens Alfred-Wegener-Schule dem Schulträger diesen Namen  vorgeschlagen.

Eine schulformübergreifende Projektwoche im Jahre 1999 verbunden mit einem Tag der offenen Tür anläßlich der Namensgebung hat die Persönlichkeit von Alfred Wegener und seine bahnbrechenden Leistungen und Erkenntnisse für das Verständnis unserer Lebensgrundlage `Erde` umfassend gewürdigt. Umfangfreiche Ausstellungen in den Klassenräumen und Fachvorträge der Schüler und Schülerinnen haben die Ergebnisse der Projektarbeit einer großen Schulgemeinde nahe gebracht.

Ein Festakt unter Anwesenheit  des Landrats Robert Fischbach und weiteren Ehrengästen bildete den Abschluss der Feierlichkeiten aus Anlass der Namensgebung. Der damalige Dekan des  Fachbereichs Geologie der Philipsuniversität Marburg hielt den Festvortrag  mit dem etwas provozierenden Tiltel „Als Kirchhain noch am Südpol lag“ und spielte damit direkt auf die Erkenntnisse der Kontinentalverschiebung (heute Plattentektonik) an.

Musikalisch wurde der Festakt umrahmt von dem neu gegründeten Orchester der Schule mit Telemanns Komposition „Die klingende Geographie“.

 

 

Die bahnbrechenden Erkenntnisse und Theorien Alfred Wegeners beruhten zu seiner Zeit noch größtenteils auf Beobachtungen und wissenschaftlichen Annahmen. Sie wurden von Fachkollegen, die andere Theorien zur Entstehung der Kontinente vertraten, angezweifelt.

Heute sind sie vielfach belegt und gehören zum wissenschaftlichen Grundlagenwissen.

International vernetzte Forschungsinstitute tragen den Namen Alfred Wegeners, allen voran das AWI Bremerhaven (Alfred-Wegener-Institute for Polar and Marine Research) und das AWI Potsdam. Sie führen die klimatologische, meteorologische, glaziologische und ökologische Forschung im Hinblick auf den gegenwärtigen Klimawandel an. (Forschungsschiff „Polarstern“, Koldewey-Station in Spitzbergen,Antarktis-Station Neumayer)

Die AWS ist so gesehen in bester Gesellschaft.

Es sind gerade Schüler, die heute die Zeichen der Zeit erkannt haben. Sie fordern, endlich den wissenschaftlichen Erkennnissen über die ökologischen Gesetze unseres Planeten gebührende Aufmerksamkeit zu schenken und die schon deutlich sichtbaren Folgen der Mißachtung dieser Gesetze nicht länger zu ignorieren.

 

 

Klaus und Ingeborg Schmidt waren von 1968 bzw.1978 bis 2005 bzw.2000 Studiendirektor bzw.Oberstudienrätin  für Erdkunde an der GSK, späteren Alfred-Wegener-Schule Kirchhain.

 

Text und Bilder:
Ingeborg Schmidt (OstRtn. a.D.)