Schwierigkeiten beim Lesen, Rechtschreiben oder Rechnen

 

Förderung der Schülerinnen und Schüler mit Schwierigkeiten im Lesen und Rechtschreiben

 

Bis vor wenigen Jahrzehnten wurden die Schwierigkeiten von Kindern mit LRS als eine mangelnde Begabung gedeutet. Betroffene Schülerinnen und Schüler wurden aus der Regelbeschulung herausgenommen und verloren somit die Chance auf einen Bildungsgang, der der Gesamtheit ihrer Begabung entsprach.

Heute weiß man, dass LRS meist als Schwäche auftritt, die nur einen Teilbereich der schulischen Anforderungen tangiert. LRS ist daher kein Ausschlusskriterium mehr in Bezug auf eine adäquate, erfolgreiche Schulbildung. Diesen Erkenntnissen folgend werden alle Schülerinnen und Schüler an der Alfred-Wegener-Schule Kirchhain in beiden Schulzweigen im Lesen und Rechtschreiben gefördert, sowohl an der Mittelstufenschule als auch am Gymnasium.

 

Diagnose

 

Die Deutschlehrkräfte stellen zu Beginn der 5. Klasse durch mehrere schriftliche Erhebungen (Diktate, Hausaufgaben, etc.) die Lernausgangslage der Schülerinnen und Schüler im Rechtschreiben fest. Die Kinder, deren Lernstände und Entwicklungen auf Förderbedarf hindeuten, werden mit Hilfe eines standardisierten Diagnoseverfahrens (HSP – Hamburger Schreibprobe) von der zuständigen Lehrkraft, Frau Moeller, gezielt getestet.

Auf der Grundlage des Testergebnisses entscheidet die Klassenkonferenz halbjährlich unter Berücksichtigung des Lernfortschritts über Fördermaßnahmen. Dabei wird auch festgelegt, ob und inwiefern die Schwierigkeiten auch in anderen Fächern (bspw. in den Fremdsprachen) anerkannt werden. Die Diagnostik findet im Jahrgang 5 i.d.R. in den Wochen vor den Herbstferien statt.

 

Förderung

 

Für betroffene Schülerinnen und Schüler bietet die Alfred-Wegener-Schule am Gymnasium in den Jahrgangsstufen 5 – 7, an der Mittelstufenschule in den Klassen 5 und 6, spezielle Förderkurse an. Diese sind in das Nachmittagsangebot der Schule integriert und finden einmal wöchentlich in der 7. und 8. Stunde i.d.R. in klassenübergreifenden Kleingruppen statt. Sie werden von erfahrenen und im Bereich Rechtschreibförderung fortgebildeten Deutschlehrkräften geleitet, die den Übungsbedarf der Schülerinnen und Schüler auf der Basis von individuellen Förderplänen ausrichten. Die Förderung orientiert sich dabei überwiegend an der FRESCH-Methode (Freiburger Rechtschreibschule nach G. Renk), die mittlerweile schon an vielen Grundschulen als Konzept für den Schriftspracherwerb verankert ist.

 

Im Fachunterricht wird ggf. zusätzlich ein Nachteilsausgleich (z.B. verlängerte Bearbeitungszeit) gewährt oder eine Abweichung von den allgemeinen Grundsätzen der Leistungsbewertung.

 

Beratung

 

Wenn der Erwerb der Schriftsprache nur schleppend oder unzulänglich gelingt, wird der Umgang mit dem „Phänomen LRS“ für alle Beteiligten zu einer Herausforderung. Wo liegen Ursachen? Was kann man von betroffenen Kindern erwarten bzw. fordern? Welche schulrechtlichen Vorschriften sind zu beachten? Um diese und andere Fragen zu beantworten und einen Austausch zu ermöglichen, bietet die Alfred-Wegener-Schule jedes Jahr im Herbst einen speziellen Informationsabend für Betroffene und Interessierte an. Der Termin der Veranstaltung wird über den „Kleinen Alfred“ bekannt gegeben.

 

Darüber hinaus ist in manchen Fällen zusätzlicher Beratungs- und Handlungsbedarf gegeben, denn

LRS ist ein Sammelbegriff für eine vielschichtige Problematik. Die Bezeichnung LRS kennzeichnet sowohl eine Lese-Rechtschreib-Schwäche im Sinne einer vorübergehenden Hemmung im Lernprozess des Schriftspracherwerbs als auch eine Lese-Rechtschreib-Störung im medizinischen Sinne (Legasthenie), d.h. eine dauerhafte Beeinträchtigung mit meist erbbiologischem Hintergrund.  Lässt die schulische Erhebung des Lernstandes eine Legasthenie vermuten, sollte eine außerschulische Diagnostik in einer anerkannten Kinder- und Jugendpsychologischen Praxis erfolgen, um den betroffenen Kindern eine spezielle LRS-Therapie bei Fachkräften wie Sprachheilpädagogen zu ermöglichen. 

Die Alfred-Wegener-Schule bietet neben einer allgemeinen Informationsveranstaltung nach Absprache individuelle Beratungsgespräche mit den Deutsch- und Förderkurslehrkräften sowie mit der zuständigen Ansprechpartnerin für den Bereich LRS, Frau Moeller, an.

 

Ansprechpartnerin

Frau Melanie Moeller (moeller_melanie@hotmail.com)