29.02.2012

Aktion „Rettet die Kastanien“

Schülerinnen und Schüler der Alfred-Wegener-Schule bauen Nistkästen.

Schülerinnen und Schüler der Klasse G5c der Alfred-Wegener-Schule sind zum Schutz der Kastanien  gleich zweimal aktiv geworden: Zum einen haben sie im September 2011 Kastanien-Herbstlaub eingesammelt und es für den Transport zur Kompostierungsanlage Stausebach in Säcke gepackt. Zum anderen haben sie an einem Vormittag in der Projektwoche Nistkästen für die Blaumeise gebaut und am „Tag der offenen Tür“ (10.2.2012) für die zukünftigen Fünftklässler ausgestellt.

Wie hängt denn das zusammen: Nistkästen bauen und die Kastanien retten?

Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald ruft seit 2008 zu der Aktion „Rettet die Kastanien“ auf, weil sich die Kastanienminiermotte seit einem Jahrzehnt in ganz Europa ausbreitet und die Rosskastanie schädigt. Der 5 mm große unscheinbare Schmetterling legt seine Eier auf der Oberseite der Blätter ab. Die geschlüpfte Raupe frisst sich in das Blatt hinein, sie „miniert“. Durch den Befall werden die Blätter oft schon im Juli braun und fallen ab. Der Baum kann weniger Reserven für den Winter einlagern und wird geschwächt. Aus jedem Gelege schlüpfen ca. 40 Raupen, und da sich pro Jahr mehrere Generationen entwickeln können, kann ein Mottenweibchen innerhalb eines Jahres mehrere Tausend Nachkommen erzeugen. Die aus Asien stammende Motte kann sich ungehindert ausbreiten, weil sie in Europa bislang wenige natürliche Fressfeinde hat.

Um die Kastanie gesund zu erhalten und die Ausbreitung der Miniermotte einzudämmen, sollte das von Eiern und Larven befallene Laub keinesfalls im Garten kompostiert, sondern eingesammelt und in Kompostierungsanlagen verbrannt werden. Zusätzlich können die Fressfeinde der Miniermotte (vorwiegend Blaumeise, Kohlmeise, Schlupfwespen) gefördert werden. Nistkästen bauen und Kastanien retten hängen also zusammen: Eine größere Anzahl an Blau- oder Kohlmeisen ( = Beutegreifer) verringert den Befall und dadurch die weitere Schädigung der Rosskastanie durch die Miniermotte ( = Beute).

Angeregt durch einen Brief der Stadt Kirchhain im September 2011 haben sich einige Klassen der Alfred-Wegener-Schule an der Kastanienlaub-Sammelaktion in Kirchhain und auf dem Schulgelände beteiligt und sind  dafür mit einem Betrag für die Klassenkasse belohnt worden. Auch die Schülerinnen und Schüler der Klasse G5c haben den Biologieunterricht im Freien verbracht und sind mit Rechen und Müllsäcken zu einer nahegelegenen Kastanie gezogen. Dort haben sie vor Ort von der Motte befallene Blätter untersucht und die Säcke mit großem Eifer mit Laub gefüllt. Damit dies aber keine Einzelaktion bleibt, haben die Schülerinnen und Schüler mit ihrer Biologielehrerin in dieser Woche Nistkästen für die Blaumeise gebaut. Die 10 Bausätze für Nistkästen stammen von den Lahnwerkstätten in Marburg, einer Rehabilitationseinrichtung für behinderte Menschen (Lebenshilfewerk), und wurden von der Stadt Kirchhain finanziert. Die fertigen Nistkästen werden demnächst auf dem Gelände der Schule und des Schulbiotops aufgehängt und sollen Blaumeise oder Kohlmeise einladen, sich dort einzunisten und viele Miniermotten zu fressen. Die Beschäftigung der Klasse G5c mit diesem Thema geht weiter: Die Nistkästen müssen betreut und von Zeit zu Zeit gereinigt werden..... (Text und Bild H. König)