08.02.2017

Wisconsin 2017

… und sie haben uns tatsächlich reingelassen!

17 Schülerinnen und Schüler der Alfred-Wegener-Schule erleben zurzeit Unterricht einmal ganz anders, denn für 15 Tage sind die Rosendale Intermediate und Brandon Schools in Wisconsin (USA) ihr neuer Lebensmittelpunkt. 

Gestartet war die Truppe in Begleitung von Anna Priemer und Daniela Hartmann am frühen Morgen des 3. Februars. Und das erste Mal durch die Decke ging der Adrenalinspiegel bereits am Frankfurter Flughafen. Ein Kind hatte aus Versehen den Pass der Mutter eingepackt. Selbige musste dann in einem Affenzahn an den Flughafen düsen, damit der Nachwuchs doch noch mit auf den Flieger konnte. (Sie hat es übrigens geschafft, besagte Mutter. Wie viele Strafzettel sie das gekostet hat, ist noch nicht bekannt). Der knapp 11stündige Flug zum ersten Stopp auf amerikanischem Boden (Atlanta, Heimat von Coca Cola) verlief dann aber ohne weitere Aufreger. Selbst das Essen mundete. Auch die Einreise ging ohne die befürchteten Zwischenfälle von Statten – alle Zollbeamten waren äußerst freundlich und verständnisvoll. Man hatte beinahe den Eindruck, sie wollten sich für Dinge entschuldigen, die an anderer Stelle nicht so gastfreundlich im Ausland ankommen. Selbst eine wahrlich nicht geplante Magenentleerung eines der AWS-Kinder auf den grauen Teppich vor dem Einreiseschalter, konnte die Officers nicht aus der Ruhe bringen. Völlig unaufgeregt wurden einfach Warnschilder um das Malheur herum aufgestellt und dann ging es weiter … business as usual. Der Weiterflug nach Appleton dauerte auch nur zwei Stunden und dann nahte die Stunde des Erstkontakts mit den Gastfamilien. Mit jedem Meter Richtung Begrüßungszone wurden die AWS-Kids langsamer. Wer da wohl stehen würde? Würde man auch sicher angeholt werden? Wo war all‘ das Englisch der letzten Jahre hin verschwunden? Ach herrje, wie war man nur auf diese Schnapsidee gekommen, sich für einen Austausch – weg von Mama, Papa und den ganzen Freunden – zu bewerben? Solche oder ähnliche Gedanken mögen den sechs Jungs und elf Mädchen durch die Köpfe gegangen sein – doch all‘ die Bedenken wurden mit einem riesigen „Hello!“ und „Welcome“ fortgewischt. Plakate wurden hochgehalten, ganze Familien kämpfen um die erste Umarmung mit dem neuen Familienmitglied. Für jedes Kind gab es von den Koordinatorinnen auf der amerikanischen Seite (Anita Holdrige und Morgan Nolan) ein Willkommenspäckchen (gefüllt mit diversen Süßigkeiten, einem Reisejournal und vielem mehr). Es war wirklich, als würden nicht etwa Fremde, sondern Freunde begrüßt. Selbst John Hokenson, Schulleiter einer der beiden Partnerschulen (Rosendale Intermediate) hatte es sich nicht nehmen lassen, die Austauschgruppe persönlich am Flughafen zu begrüßen. Es dauerte knapp eine halbe Stunde, bis die letzten Koffer vom Gepäckband gezogen und alle Kinder in die Autos der Gastfamilien verfrachtet waren. Das Wochenende gehörte dann den Familien. Man lernte sich kennen und unternahm schon erste Ausflüge miteinander (Snow-Tubing, Ice-Fishing, Jagen etc.) oder schaute gemeinsam DAS Sportereignis des Jahres, den NFL Superbowl.

Montagmorgen hieß es aber dann unweigerlich: „Get up! It’s time to go to school!“ Und auch die Schulen hatten sich auf die Ankunft der „Germans“ vorbereitet. Stolz flatterten die deutsche und die hessische Fahne gemeinsam neben der amerikanischen Flagge im kalten Februarwind. In den Gängen der beiden Schulen fanden sich liebevoll gestaltete Plakate, welche die Gäste willkommen hießen. Die Ankunft des Besuchs aus Kirchhain verbreitete sich wie ein Lauffeuer – und schon am zweiten Tag berichteten die deutschen Kids ihren Lehrerinnen Miss P und Mrs H, dass sie das Gefühl hätten, wie Stars wahrgenommen und behandelt zu werden. Wildfremde Menschen würden ihre Namen kennen und sie grüßen, oder sie auch einfach mal anstupsen. Wären Smartphones in der Schule erlaubt, würden Instagramm und Snapchat vermutlich vor Selfies zusammenbrechen.

Fazit nach 5 Tagen USA: Austausch? Läuft! Heimweh? Keine Spur! Oder um einen unserer Schüler zu zitieren: “I love America. God bless this experience.

 

(Fr. Priemer und Fr. Hartmann)