14.01.2016

Saint-Maur des Fossés zu Gast an der Alfred-Wegener-Schule

Schüler aus Saint-Maur des Fossés bei Paris zu Gast an der Alfred-Wegener-Schule

 

Die AWS hat eine neue Partnerschule in Frankreich. Vom 12. bis 19. Dezember 2015 waren 21 Schüler und Schülerinnen aus Saint-Maur des Fossés an der Alfred-Wegener-Schule zu Gast. Die teilnehmenden SchülerInnen, sowie die verantwortlichen Lehrkräfte, auf Seiten der AWS Cornelia Keseling und Hella König, auf französischer Seite Boris Paliern, konnten diese erste Begegnung als vollen Erfolg verbuchen. Das Austauschprogramm soll nun weitergeführt werden und richtet sich an Schüler und Schülerinnen der Klassen 10 und 11.

"Die Landschaft ist schön", "Es ist schön, dass jeder jeden kennt", "Es fühlt sich an wie wenn ich bei meinen Großeltern bin." So lauteten einige Antworten der französischen Gastschüler und -Schülerinnen auf die Frage des Bürgermeisters Jochen Kirchner, was ihnen denn an Kirchhain gefallen habe. Auf den Punkt brachte es schließlich ein Schüler, der meinte, Kirchhain, Marburg, Frankfurt, das seien alles schöne Städte, doch käme es letztendlich auf die Begegnungen an und auf das, was sie davon mitnehmen würden. Schöner und treffender hätte man es wohl nicht ausdrücken können - und das in einwandfreiem deutsch von einem 17-jährigen Franzosen.

Begegnungen gab es in der Tat vielfältige in der Zeit vom 12. bis 18. Dezember für die 21 im Schnitt 17 jährigen Schüler und Schülerinnen des Lycée Marcelin Berthelot. Nicht nur am Wochenende in den Familien und bei den unterschiedlichsten Unternehmungen und Aktivitäten: so durfte eine Schülerin gleich am Sonntag auf dem Hatzbacher Weihnachtsmarkt Honig verkaufen. Auch in der Schule ergaben sich interessante Gesprächsgelegenheiten für die Gruppe, zum Beispiel, als man sich mit zwei türkisch-stämmigen Schülerinnen aus der Klasse 8 in Marburg am Halal-Imbiss eines der Väter zum Gespräch verabredete. Die Arbeitsgruppe ARRET (= ) der AWS ermöglichte der Gruppe zudem eine Führung über die Kirchhainer Stolpersteine.

Auf dem Programm standen neben zahlreichen sportlichen, musischen und gemeinschaftlichen Aktivitäten in der Schule außerdem eine Fahrt nach Frankfurt und ein Tag in Marburg, ein Theaterbesuch in Marburg und der Besuch des traditionellen Weihnachtskonzertes der AWS in der Kirchhainer Stadtkirche.

Am Abfahrtsabend konnte man auf dem Kirchhainer Bahnhof eine große Gruppe Jugendlicher eng umschlungen stehen sehen, von denen vielen die Tränen in den Augen standen. Wobei ja der Rückbesuch noch ansteht, der für das Frühjahr geplant ist. Neben den intensiven persönlichen Freundschaften, die hier entstanden sind, waren sicher die interkulturellen Erfahrungen von der Art, die man in seinem Leben nicht mehr vergisst. Insbesondere die deutsche Art, die Adventszeit zu begehen, stieß bei den französischen Gastschülern auf großes Interesse. Es wurden gemeinsam Plätzchen gebacken, Weihnachtsmärkte besucht und natürlich viel Bratwurst gegessen. Aber auch die bestehenden Vorurteile zwischen Deutschen und Franzosen (wer ist pünktlicher / unpünktlicher, wo wird mehr gegessen, mehr Bier getrunken, wie steht es mit der Gastfreundschaft, …) kamen zur Sprache. Die französische Gruppe hatte sich außerdem im Vorfeld intensiv mit den unterschiedlichsten Themen befasst und dazu ein Dossier verfasst, in dem man von den hessischen Dialekten über Goethe und Tischbein bis zum Main und der hessischen Gastronomie einiges nachlesen konnte. Während der gesamten Woche wurden diese Themen in kleinen Referaten jeweils vor Ort präsentiert. Diese gute Vorbereitung und auch das insgesamt äußerst positive Auftreten der Gruppe trug sicherlich einen großen Teil zum insgesamt guten Gelingen des Aufenthaltes - trotz Klausurenstress und Vorweihnachtshektik - teil. Die begleitenden und verantwortlichen Lehrkräfte, auf Seiten des Lycée Marcelin Berthelot Boris Paliern sowie Cornelia Keseling und Hella König von der AWS sind daher optimistisch, aus dieser ersten Begegnung eine tragfähige Schulpartnerschaft für die Zukunft zu entwickeln.

Beim Abschied im Beisein von Schulleiter Matthias Bosse und Bürgermeister Jochen Kirchner hob dieser noch einmal die Völker verbindende und Frieden stiftende Funktion von Schüleraustauschen hervor. Gerade dieses Pilotprojekt stand in seiner Planungsphase im Zeichen der Attentate von Paris, dessen Folgen (Ausnahmezustand in Frankreich) die Durchführung zwischenzeitlich sehr in Frage gestellt hatten. Insofern war der Abschluss-Satz der auf Französisch gehaltenen kleinen Ansprache von Herrn Bosse besonders passend: Nous sommes unis.

C. Keseling