05.07.2015

Die AWS Schülern sind wieder unter den Gewinnern des diesjährigen Kreativwettbewerbs!

Unter dem Titel ABI 20:15: Freiheit nach der Primetime? konnte das rund 40-köpfige Ensemble, welches aus dem Leistungskurs Musik und dem Grundkurses Darstellendes Spiel besteht, die renommierte Fachjury mit seiner selbst erarbeiteten Collage überzeugen. Die Gruppe, die auch im letzten Herbst mit der Musik-Theater Produktion „Coraline“ einen großen Erfolg feierte, wurde für ihre tempo- und ideenreiche und zugleich zum Nachdenken anregende Vorstellung gelobt. Neben den überzeugenden Darstellern, wurde der Wettbewerbsbeitrag mit eigens arrangierter, komponierter und live gespielter bzw. gesungener  Musik angereichert und auch das variable Bühnenbild begeisterte.

Zum Inhalt:

Die Idee zu dieser musikalisch-szenischen Collage entwickelten die Schülerinnen und Schüler des diesjährigen Abiturjahrgangs im Rahmen der letzten Unterrichtsstunden vor der Abiturphase. Nach einem intensiven Brainstorming zum Wettbewerbsthema kristallisierte sich sehr schnell heraus, dass die Schülerinnen und Schüler die Thematik vor allem persönlich ansprach, da sie sich mit der Frage, wie sie ihre eigene Freiheit, die sie mit dem Erlangen des Abiturs gewinnen, nutzen wollen, ganz aktuell auseinandersetzen (müssen). Diesem neuen Lebensabschnitt gehen sie einerseits mit einem befreiten Gefühl entgegen, empfinden ihn aber andererseits auch als Belastung, da die Angst, falsche Entscheidungen zu treffen, für sie ebenfalls im Raum steht. Deshalb entschied sich die Gruppe dazu, diese Situation zu thematisieren.

 

 

Im Mittelpunkt des ersten Teils steht ganz konkret die Abiturverleihung der beteiligten Schülerinnen und Schüler, deren Jahrgang das Motto: „Abi 20:15: Die Highlights kommen zur Primetime“ gewählt hat. Nachdem die Gruppe voller Freude in den Festsaal eingezogen ist (unterstützt durch eine neu arrangierte Fassung des Stückes „Pomp and Circumstance“) halten zwei Abiturientinnen eine Rede, an die sich eine ausgelassene Feier anschließt, welche durch eine choreografierte szenische Bilderfolge und ein kreativ arrangiertes Medley diverser dem Anlass entsprechender Songs verdeutlicht wird. Diese Szene gipfelt in dem unausweichlichen Abschied nach der Schulzeit. Die Gruppe trennt sich, jeder geht seinen eigenen Weg. Dies wird durch eine große Tür metaphorisch zum Ausdruck gebracht, die nun ins Zentrum des Geschehens gelangt und durch die, aufgefordert von einer Zukunfts-Conférencieuse, die ehemaligen Schülerinnen und Schüler gehen sollen. Symbolisch für alle anderen machen sich vier Personen auf den Weg, eilig und voller Freude, neugierig, aber auch unsicher und ängstlich. Unterstützt wird diese Szene durch ein  Musikstück, welches die Entscheidungsthematik aufgreift und durch abschließendes eindringliches Flüstern die Stimmung klangmalerisch nicht nur unterstützt sondern zum Teil auch leitet. Auf der anderen Seite werden die Jugendlichen von „Entscheidungsverkäufern“ förmlich überfallen. Diese bieten ihnen verschiedenste Berufe an, sie müssen nur zugreifen und ein „Paket“ an sich nehmen. Nachdem dies geschehen ist, ändert sich die Atmosphäre. Die Entscheidungsverkäufer verteilen unter hektischer Musik weitere Pakete, die jede Person tragen muss. Sie stehen für das, was man in der „Erwachsenenwelt“ benötigt, wie z.B. diverse Versicherungen, aber auch das selbstständige Wäschewaschen oder eine Wohnung zu finden. Mancher kommt damit gut zurecht, mancher bricht aber auch unter der Last zusammen. Schließlich wird deutlich, dass es eine Person gibt, die sich nicht entschieden hat. Das hat zur Folge, dass die Entscheidungsverkäufer versuchen, sie zu einer Entscheidung zu drängen. In diesem Zusammenhang wird erkennbar, dass die Person Angst davor hat, ihre Freiheit zu nutzen, weil die Gefahr besteht, falsche Entscheidungen zu treffen. Die Präsentation einiger Lebensläufe, die einer Entscheidung folgen könnten, vertieft dieses Gefühl. Schließlich mauern ihre eigenen Ängste und auch der Druck von außen sie und ihre Freiheit ein. Während die Mauer entsteht, wird das Lied „Freiheit“ (G. Danzer, chorisch vom Musikkurs arrangiert, solistisch gesungen) präsentiert. Mit dem letzten Ton wird die Mauer umgeworfen und die Dahinterstehenden präsentieren ein Plakat mit der Aufschrift:

 

Das Geheimnis der Freiheit ist der Mut.

 

 

In Kassel findet nun am 15. Juli um 19.00 Uhr die abschließende Präsentation  im großen Staatstheater statt. Die AWS ist nun zum zweiten Mal dabei und kam schon 2013 unter die letzten vier Preisträgergruppen. Mit der damaligen Produktion „Das WIR entsteht ohne das ICH zu verdrängen“ (mit einer 9. Klasse) konnte das Ensemble vor zwei Jahren sogar den Publikumspreis, den es auch in diesem Jahr gibt, gewinnen.

 

Karten für die Abschlusspräsentation kann man unter www.kasseler-musiktage.de erwerben.

 

(Text: T. Mihr, Fotos: U. Heine)