17.01.2014

"Aussies visting Year 5"

Man hätte meinen können, der Nikolaus höchstpersönlich wäre hereingeschneit – so groß waren die Augen der Jungen und Mädchen der G 5b, als am Mittwoch plötzlich sechs australische Austauschschülerinnen und Schüler im Klassenraum standen. „Sind die wirklich von Australien hierher nach Deutschland gekommen? Verstehen die uns überhaupt? Was soll ich denn zu denen sagen?“

Diese und andere Fragen beschäftigten die Fünftklässler, bis die Köpfe qualmten. Aber schnell war das Eis gebrochen – spätestens als der erste Australier im Rahmen des regelmäßig im Englischunterricht stattfindenden „Jungs gegen Mädchen – Battle“ auf dem ‚Hot Chair‘ Platz nahm und sich der Vokabelabfrage der Klasse stellte. Maged, so hieß der junge Mann, erkämpfte für die Jungenehre 14 (von 15 möglichen) Punkten. Mikaela trat dann für die Mädchen an – und auch sie überzeugte mit 14 richtigen Antworten. Nachdem die Fünftklässler nun Zeit gehabt hatten, sich an die Gäste zu gewöhnen, bekam jede/r Aussie eine Gruppe von vier Kindern zugeteilt – Speed Dating war angesagt! Es galt, so viel wie möglich über den / die andere(n) herauszufinden. Und alle stürzten sich voll ins Geschehen: Da wurden schnell Wörter im Vokabelheft nachgeschlagen, mit Händen und Füßen geredet oder, wenn gar nichts mehr ging, ein Sprint zur Englischlehrerin hingelegt, um so wichtige Übersetzungen zu erfragen wie „Schneit es in Australien?“ oder „Welches Sternzeichen bist Du?“  Nach fünf Minuten musste jede Gruppe „ihren Aussie“ weiterschicken, um Platz zu schaffen für eine/n neue/ Gesprächspartner/-in. Und so wurden nicht nur Mikaela und Madeg, sondern auch Kaitlin, Joshua, Dylan und Aidan Löcher in den Bauch gefragt. Selbst die schüchternsten Fünfer fassten sich ein Herz und kramten alles an Englisch heraus, was sie bislang gelernt hatten. Den charmanten Antworten und Gegenfragen der Aussies, die sich wirklich rührend um Verständigung bemühten, konnte einfach keiner widerstehen. Als das Ende der Doppelstunde immer näher rückte, machte sich sichtbare Enttäuschung darüber breit; die Klasse hatte die Gäste bereits ins Herz geschlossen. Nach dem obligatorischen Gruppenfoto  zupfte es dann schließlich am Ärmel der Lehrkraft. Die Stillste der Klasse stand vor ihr, mit ernstem Gesicht und strahlenden Augen, holte tief Luft und meinte: „That are good Aussies.“

 

Und so ist es – die australischen Schülerinnen und Schüler, die sich im Rahmen des 10-wöchigen Austausches mit unseren Partnerschulen (Donvale Christian College, Luther College und McKinnon Secondary College) zur Zeit an unserer Schule aufhalten, sind eine wirkliche Bereicherung. Kein Buch, kein Film und, wenn man ehrlich ist, auch kein noch so begabter oder engagierter Englischlehrer erzeugt so viel Motivation, Englisch zu sprechen, wie der Besuch eines Muttersprachlers. Und dass das selbst bei den „ganz Kleinen“ funktioniert, beweisen die Fotos.

 

Auch die G6a durfte sich über den Besuch einer australischen Delegation freuen. Sie hatte bereits im Frühjahr 2013, als die regulären Austauschschüler zu Gast an der AWS gewesen waren, Erfahrungen mit „native speakern“ sammeln können. Und so konnten sie es kaum erwarten, wieder in den Genuss dieser fröhlichen Truppe Menschen zu kommen, die doch irgendwie ein ganz anderes Englisch spricht als jenes, das sie kennen. Die Schülerinnen und Schüler hatten für die neuen Besucher von Down Under eine geballte Ladung an Fragen vorbereitet, die unseren australischen Gästen so Einiges abverlangten. Wer weiß schon aus dem Stegreif, wie man, in aller einfachstem Englisch, einen Wombat beschreibt? Und so griff denn Kaitlin beherzt zum Stift und versuchte sich an einem Portrait.  Den Kids der 6a hat’s gefallen, wenn auch so manch‘ biologisches Detail nicht wirklich einer Überprüfung standhalten würde. Die Zeit verflog auch in dieser Klasse wie im Flug – so macht Unterricht einfach besonders Spaß!

 

Die Aussies sind noch bis Ende Januar / Anfang Februar 2014 Gäste der Alfred-Wegener-Schule und – jetzt kommt’s – können natürlich gerne für den eigenen Unterricht „angefordert“ werden – egal ob für Englisch, Erdkunde, Sport etc., ob im Zweierpack oder als 6-7-köpfiges Komplettpaket. Diese Gelegenheit sollte genutzt werden! Nähere Informationen erhalten interessierte Lehrkräfte bei Dr. Bernd Klewitz (b.klewitz@web-horizon.de).