Geschichte

 

Geschichte im gymnasialen Bildungsgang

 

Der Ge­schichts­un­ter­richt vermittelt und übt mit den  Schü­le­rin­nen und Schü­lern die folgenden Kompetenzen ein:

- ein Be­wusst­sein von der his­to­ri­schen Be­dingt­heit ge­gen­wär­ti­ger Le­bens­welt zu er­wer­ben;

- um die Di­men­si­on his­to­ri­scher Zeit und de­ren gro­be Glie­de­rung in Epo­chen zu wis­sen;

- be­grei­fen, dass his­to­ri­sche Phä­no­me­ne nur im Kon­text der ih­nen je­weils zu­ge­hö­ri­gen Zeit ver­stan­den und be­ur­teilt wer­den kön­nen;

- die ei­ge­ne Le­bens­hal­tung und die ihr zu­grun­de lie­gen­den Wert­maß­stä­be und Ur­teils­ka­te­go­ri­en als his­to­risch be­dingt zu er­ken­nen und da­mit grund­sätz­lich für die Er­fah­rung des Frem­den of­fen zu sein;

- Mög­lich­kei­ten und Gren­zen ei­ge­nen Han­dels zu er­ken­nen und sich der Ver­ant­wor­tung für die Fol­gen die­ses Han­delns be­wusst zu wer­den;

- zu er­ken­nen, dass Ge­schich­te nicht eine un­struk­tu­rier­te Samm­lung von Fak­ten ist, son­dern sich aus Fra­gen konsti­tu­iert, die an die Ver­gan­gen­heit ge­stellt wer­den;

- ein­zuse­hen, dass es sich bei Ge­schichts­schrei­bung und Ge­schichts­dar­stel­lung um ei­nen Re­kon­struk­ti­ons­pro­zess han­delt, der von der Quel­len­la­ge und der Be­ur­tei­lung der Quel­len durch den je­wei­li­gen Au­tor ab­hängt;

- sich be­wusst zu ma­chen, dass Geschichtsbilder nicht nur von wis­sen­schaft­li­chem For­schern, son­dern auch von Me­di­en, po­li­ti­schen In­te­res­sen und Vor­ein­stel­lun­gen ge­prägt werden;

- er­ken­nen, dass Ge­schich­te zu po­li­ti­schen und pro­pa­gan­dis­ti­schen Zwe­cken ge­braucht und miss­braucht wer­den kann;

- fä­hig sein, das ei­ge­ne Ge­schichts­be­wusst­sein zu re­flek­tie­ren.

 

Im Ge­schichts­un­ter­richt sol­len die Schü­le­rin­nen und Schü­ler außerdem grund­le­gen­de me­tho­di­sche Ver­fah­ren, Ar­beits­schrit­te und -tech­ni­ken er­ler­nen und ein­üben, die zur Er­ar­bei­tung his­to­ri­scher Fra­ge- und Prob­lem­stel­lun­gen er­for­der­lich sind. Sie wer­den da­mit ver­traut,

- Fra­ge­stel­lun­gen zu er­ar­bei­ten (die ei­ge­ne In­te­res­sen­ge­bun­den­heit wahr­neh­men und re­flek­tie­ren;

- die Fra­ge­stel­lung prä­zi­se er­fas­sen; Fra­gen und be­grün­de­te Ver­mu­tun­gen zu his­to­ri­schen Phä­no­me­nen for­mu­lie­ren;

- für die Be­ant­wor­tung der Fra­gen an­ge­mes­se­ne Me­tho­den wäh­len um mög­li­che Lö­sungs­we­ge  zu fin­den;

- Quel­len und Li­te­ra­tur als Ba­sis für In­for­ma­ti­o­nen be­schaf­fen; Zu­sam­men­hän­ge von Fra­ge­stel­lun­gen und vor­han­de­nem Ma­te­ri­al über­prü­fen und ggf. die Fra­ge­stel­lung ver­än­dern;

- In­for­ma­ti­o­nen zu er­ar­bei­ten (grund­le­gen­de Ele­men­te von Quel­len­kri­tik und Quel­len­in­ter­pre­ta­ti­on an­wen­den: Au­tor, Ad­res­sat, In­ten­ti­on, Zeit­punkt der Ent­ste­hung, his­to­ri­scher Kon­text; Spra­che un­ter­su­chen und Be­grif­fe klä­ren; Be­fra­gun­gen pla­nen, durch­füh­ren und aus­wer­ten; nach Ur­sa­chen für un­ter­schied­li­che Wahr­neh­mung fra­gen; un­ter­schied­li­che Po­si­ti­o­nen be­schrei­ben);

- Er­geb­nis­se zu for­mu­lie­ren und zu re­flek­tie­ren (Ur­sa­chen für ein his­to­ri­sches Phä­no­men be­nen­nen; die wech­sel­sei­ti­ge Ab­hän­gig­keit von Ur­sa­chen er­ken­nen; lang­fris­tig und kurz­fris­tig wir­ken­de Fak­to­ren un­ter­schei­den; Be­din­gun­gen für das Han­deln von Men­schen be­nen­nen; An­nä­he­rung an das Er­le­ben da­ma­li­ger Men­schen durch Ein­füh­lung und Dis­tanz durch Ana­ly­se su­chen; Zu­sam­men­hän­ge dar­stel­len und ver­an­schau­li­chen; die Aus­gangs­ver­mu­tun­gen, die ei­ge­nen Vo­ran­nah­men über­prü­fen, den ei­ge­nen Er­kennt­nis­weg über­prü­fen, Maß­stä­be für das Ur­teil re­flek­tie­ren).