Erdkunde

 

Das "Brückenfach" Erdkunde und sein Beitrag zur Bildung

(in Anlehnung an die Bildungsstandards im Fach Geografie, hrsg. von der DGfG, 2007)

Aktuelle geografisch und geowissenschaftlich relevante Phänomene und Prozesse, wie z.B. Erdbeben, Hochwasser, Stürme und Klimawandel, aber auch Bevölkerungsentwicklung, Migration, Disparitäten, Ressourcenkonflikte und Globalisierung prägen unser Leben und unsere Gesellschaft auf dem Planeten Erde in vielen Bereichen.

Der Umgang mit diesen komplexen Entwicklungen erfordert eine Anpassung bisheriger Verhaltensweisen und Handlungsstrategien auf der Grundlage von fundiertem Sachwissen, Urteilsfähigkeit sowie Problemlösungskompetenz, z.B. in den Bereichen Umweltschutz, Risikovorsorge, Stadt- und Raumplanung, Wasserversorgung, wirtschaftliche Entwicklung und entwicklungspolitische Zusammenarbeit.

Weil die genannten Prozesse ihre Dynamik aus den Wechselwirkungen zwischen naturgeografischen Gegebenheiten und menschlichen Aktivitäten erhalten, können diese Qualifikationen insbesondere durch eine Verknüpfung von naturwissenschaftlicher und gesellschaftswissenschaftlicher Bildung aufgebaut werden. Gerade hier besitzt das Fach Erdkunde besonderes Potential.

Der spezielle Beitrag des Faches zur Welterschließung liegt also in der Auseinandersetzung mit den Wechselbeziehungen zwischen Natur und Gesellschaft in Räumen verschiedener Art und Größe.

 

Der Erdkundeunterricht

Den oben beschriebenen Zielen folgend erhalten die Schülerinnen und Schüler im Erdkundeunterricht der AWS die Möglichkeit, Wechselwirkungen zwischen Natur und Gesellschaft (Wirtschaft, Politik, Soziales) an ausgewählten Raumbeispielen zu erkennen, die daraus resultierenden Strukturen, Prozesse und Probleme zu verstehen und Problemlösungen anzudenken.
Mit diesem allgemeingeografischen Ansatz trägt der Erdkundeunterricht in besonderem Maße dazu bei, ein mehrperspektivisches, systemisches und problemlösendes Denken zu fördern.

Raum ist neben Zeit eine existenzielle Kategorie unseres Lebens und die Beschäftigung mit ihm daher zwingend. Die Fähigkeit, sich auf unterschiedliche Art und Weise räumlich orientieren zu können, stellt dabei eine wichtige geografische Teilkompetenz dar, die weit über die Kenntnis topographischen Basiswissens hinausgeht und als Grundlage für den Aufbau weiterer geografischer Kompetenzen dient.

Im Erdkundeunterricht erwerben die Schülerinnen und Schüler jedoch nicht nur räumliche Orientierungskompetenz, sondern analysieren Räume der Erde auf unterschiedlichen Maßstabsebenen, z.B. den Heimatraum, Deutschland, Europa und ausgewählte außereuropäische Regionen, unter verschiedenen Frage- bzw. Problemstellungen. Sie erhalten dadurch neben den o.g. allgemeingeografischen Kenntnissen gleichzeitig grundlegende regionalgeografische Kenntnisse über Regionen, Staaten und Staatengruppen sowie die Möglichkeit, im Spannungsfeld zwischen lokal und global ein reflektiertes Heimatbewusstsein, ein Bewusstsein als Europäer sowie Weltoffenheit zu entwickeln.
Das Fach Erdkunde ist traditionell ein methoden- und medienintensives Fach; Anschaulichkeit und Aktualität spielen in ihm eine große Rolle.
Schülerinnen und Schüler haben die Gelegenheit, sich mit einer Vielzahl von traditionellen oder computergestützten Medien vertraut zu machen. Die Lernenden erwerben dadurch die Fähigkeit zum effektiven und reflektierten Umgang mit Medien; vor allem wird der Umgang mit Karten aller Art eingeübt.

Schülerinnen und Schüler gewinnen darüber hinaus Methodenkompetenz, die für selbstbestimmtes Lernen und Handeln unerlässlich ist. Regelmäßige Projektarbeiten ermöglichen den Einbezug von außerschulischer Wirklichkeit und eigenen Handlungserfahrungen.

Das Fach Erdkunde leistet zudem wesentliche Beiträge zu fachübergreifenden und fächerverbindenden Bildungsaufgaben. Im Folgenden werden nur diejenigen hervorgehoben, die für das Fach eine besonders herausragende Bedeutung haben:

Erdkunde ist neben Biologie das zentrale Fach der Umweltbildung. Schülerinnen und Schüler erleben hier am Beispiel vieler Umweltthemen in Nah- und Fernräumen die notwendige Vernetzung von natur- und gesellschaftswissenschaftlichem Denken.

Daneben sind die entwicklungspolitische Bildung und das interkulturelle Lernen besonders wichtige Anliegen des Erdkundeunterrichts. Indem sich Schülerinnen und Schüler mit natürlichen sowie wirtschaftlichen, politischen und sozialen Zusammenhängen in verschiedenen Regionen der Erde auseinandersetzen, erwerben sie wichtige Kompetenzen für diese Bereiche.

Neben dem fest vorgesehen Unterricht in Klasse 5, 6 (epochal) und 8 für G8 bzw. 5, 6, 8 (epochal) und 9 (epochal) für G9 konnten an der Alfred-Wegener-Schule in den letzten Jahren regelmäßig Oberstufenkurse angeboten werden. Neben Kursen in Klasse 11 bestand dabei auch die Möglichkeit, Erdkunde bis zum Abitur weiterzuführen und es als ein Prüfungsfach zu belegen, z.B. in einer mündlichen Prüfung oder auch als Präsentationsprüfung. Ebenfalls bietet die Alfred-Wegener-Schule einen NaWi-Kurs und eine Umwelt-AG an, welche beide erdkundliche Inhalte vermitteln.