Sprachheilförderung

Die Förderung kann bei geringeren Sprachauffälligekeiten als präventive Maßnahme durchgeführt werden. Dies müssen die Eltern beim regionalen BFZ der AWS (rBFZ) beantragen. Bei umfangreicheren Sprachproblemen besteht die Möglichkeit ebenfalls nach Antrag der Eltern das Kind in der Kooperationsklasse mit dem Förderschwerpunkt Sprachheilförderung der Alfred-Wegener-Schule (nur Klasse 1-4) aufzunehmen. Hierfür muss eine Stellungnahme als Grundlage für die Aufnahme von dem rBFZ geschrieben werden, die das Staatliche Schulamt genehmigen muss. Das Kind verbleibt jedoch an der Grundschule und erhält dort eine intensivere Sprachheilförderung. Ab Ende der Klasse 1 erhält es das Grundschulzeugnis mit dem Briefkopf der Kooperationsklasse der Alfred-Wegener-Schule.

 

 

Auf diesen verschiedenen Sprachebenen findet die Sprachheilförderung des BFZs statt.

 

Phonetik: Auf dieser Sprachebene geht es um die Lautbildung. Bei Fehlern spricht man von einer Dyslalie. Das Kind kann Laute nicht richtig bilden und lässt sie daher weg (z.B. af statt Schaf) oder ersetzt sie durch andere Laute, die es bereits kennt (z.B. Labe statt Rabe). Es ist auch möglich, dass das Kind einzelne Laute fehlerhaft bildet und z.B. lispelt.

Phonologie (Phonologische Bewußtheit): Hier steht die Lautverwendung im Vordergrund. Bei Fehlern spricht man auch hier von einer Dyslalie. Das Kind kann bei rein phonologischen Prozessen alle Laute einzeln richtig bilden, setzt sie aber falsch ein. Phonologische Prozesse sind Lautangleichungen innerhalb eines Wortes, Ersetzungsprozesse oder Veränderungen der Wortstruktur (z.B. Kisch statt Tisch oder Fisch, talt statt kalt, nane statt Banane, Schasche statt Tasche).
Bei der phonologischen Bewusstheit wird die Aufmerksamkeit von der Bedeutung einer Mitteilung abgewendet und auf die formale Struktur des sprachlichen Materials (Metaebene) gelenkt.
-Lautanalyse: Anlaute erkennen, Laute heraushören (aaa  von Ampel)
-Silbensegmentierung: Wörter in Silben gliedern, Silben klatschen (Po-li-zei-au-to)
-Lautsynthese: Laute zu einem Wort verbinden (O-m-a   ->  Oma)
-Reimwörter: Klangähnlichkeit von Reimpaaren erkennen (Hose-Dose-Hemd)
-Wortlänge: abstrahiert von der Bedeutung nur das Wort sehen (welches Wort ist länger?  :    Sandkasten – Baum)
-auditive Diskriminationsfähigkeit (Lautdifferenzierung): gleich oder anders ? ( Kind-Kind,  Keller-Teller )
-auditive Merkfähigkeit

Morphologie und Syntax: Die Wortformen (Morphologie) und der Satzbau (Syntax) sind wesentliche Bestandteile der Grammatik. Fehler in diesem Bereich bezeichnet man als Dysgrammatismus (z.B. "Der Junge spielen mit dem Ball." statt "Der Junge spielt mit dem Ball." oder "Ich in die Schule gehe." statt "Ich gehe in die Schule.").

Lexikon und Semantik: Das Lexikon ist der Wortschatz und die Semantik die Wortbedeutung. Man unterscheidet aktiven Wortschatz = die Wörter die das Kind in seiner Sprache einsetzt und passiven Wortschatz = die Wörter die das Kind kennt und somit auch versteht.

Kommunikation und Pragmatik: Die Sprachverwendung setzt sich aus Sprachproduktion und Sprachverständnis zusammen. Setzt das Kind die Sprache passend zum vorher Gesagten (Kontext) oder zur gestellten Frage ein? Kann es den roten Gesprächsfaden einhalten?