03.04.2019

AWS an der UNO in NYC

Bericht zur Studienfahrt nach New York

 

Mit einem Koffer voller überwältigender Eindrücke sind acht Schülerinnen und Schüler der Jahrgangstufe 11 sowie ihre sie begleitenden Lehrerinnen Anette Boerger-Kopp und Miriam Becker aus New York zurückgekehrt. Anlass dieser besonderen Studienfahrt war die Einladung der UNIS (United Nations International School) zur Teilnahme an der 43. Weltjugendkonferenz zum Thema „Ripple Effect: The Water Crisis“. In diesem Jahr war die AWS als eine von drei deutschen Schulen vertreten.

Die Konferenz, die stets von Schülerinnen und Schülern der 11. Klasse der zur UNO gehörenden Schule organisiert und durchgeführt wird, findet in der General Assembly Hall der Vereinten Nationen statt; ein Raum, den man normalerweise nur in den Nachrichten zu Gesicht bekommt, wenn die Botschafter aus 193 Ländern dort tagen. Rednerinnen und Redner, die sich auf unterschiedliche Art und Weise mit dem Thema der weltweiten Wasserkrise beschäftigen, erläuterten die vielfältigen Effekte der Wasserkrise: Rund ein Drittel der Bevölkerung weltweit hat keinen Zugang zu Trinkwasser und lebt ohne jegliche sanitäre Anlagen. Mädchen erhalten keine Schulbildung, weil sie, so z.B. in Äthiopien, einen ganzen Tag unterwegs sind, um Wasser aus einem Wasserloch zu holen. Kinder haben in Krisengebieten ein fünffaches Risiko an verunreinigtem Wasser zu erkranken und daran zu sterben als durch direkte Gewalt. In den kommenden Jahrzehnten werden nach Annahme der UNO mehr Menschen fliehen als je zuvor – einige aus Dürregebieten, andere aus überschwemmten Gebieten. Diese sind nur einige der vielen Effekte, die die Wasserkrise weltweit umfasst.

Neben der Konferenz stand außerdem die Aufführung eines kulturellen Beitrags in der Schule der Vereinten Nationen auf dem Programm, bei dem die Schülergruppe unter dem Titel „Once Upon a Time“ mittels Gesang und szenischem Spiel Einblicke in die Märchenwelt der Brüder Grimm gab und darauf verwies, dass die bekanntesten Märchen nicht aus der Feder der Disney Produktionen stammten. Auch die an der UNIS angebotenen Workshops vermittelten neue Einblicke in das Konferenzthema.

Die Schülergruppe zeigte sich einerseits beeindruckt von der Brisanz des Themas und seinen mannigfaltigen Auswirkungen, andererseits auch inspiriert von der Aussage der Vortragenden, dass die Lage weltweit sehr angespannt, jedoch nicht ausweglos sei und es Möglichkeiten gebe, die Situation vieler Millionen Menschen zu verbessern. Daher denkt die Gruppe darüber nach, wie sie ihren Teil zu einer solchen Verbesserung beitragen und auch anderen die Hoffnung und Handlungsmöglichkeiten im Kampf gegen eine der größten globalen Krisen aufzeigen kann.

Schließlich konnten die Schülerinnen und Schüler auch die beeindruckenden Sehenswürdigkeiten New Yorks in Augenschein nehmen und so u.a. die Aussicht von der Brooklyn Bridge und vom Rockefeller Center auf Manhattan genießen. Dank großzügiger Spenden seitens der Sparda Bank, des Lions Clubs, der Sparkasse Marburg-Biedenkopf, des Fördervereins der AWS sowie der Lern- und Nachhilfeschule Eselsbrücke Marburg konnte die Gruppe die Freiheitsstatue auf Liberty Island bewundern, das Museum of Ellis Island (früherer Sitz der Einwanderungsbehörde) erkunden und das Musical „The Lion King“ besuchen. Außerdem ermöglichten die Spenden den Besuch des Museum of Modern Art und des American Natural History Museum sowie eine intensive Begegnung mit Ground Zero und dem 9/11 Museum.

Das elfmalige Passieren der „security checks“, das 22-fache Ein- und Umsteigen in die „subway“ sowie das Bewältigen von insgesamt 66 Kilometern zu Fuß hat dem positiven Gesamteindruck nicht geschadet. Entsprechend resümierte eine Teilnehmerin die Erlebnisse für sich: „Die Entscheidung, mich für die Teilnahme an dieser Konferenz zu bewerben, war die beste, die ich jemals getroffen habe.“

 

Anette Boerger-Kopp